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Die Erftbahn

...oder der langsamste aber auch interessanteste Weg um von Köln nach Düsseldorf mit dem Zug zu fahren.

Was fährt auf der Erftbahn ?

RB 38:
Früher verkehrte diese Linie von Köln / Messe - Deutz nach Düsseldorf Hbf.
Durch die Linientrennung wurde die Linie auf Köln Messe / Deutz - Bedburg (Erft) eingekürzt.
Werktags verkehren zusätzlich Verstärker zwischen Horrem und Bedburg (Erft).
Eingesetzt werden Dieseltriebwagen vom Typ VT 644 (TALENT) der DB Regio.

RB 39:
Von Bedburg (Erft) aus führt diese Linie nach Düsseldorf Hbf.
Ergänzt werden diese Fahrten durch weitere Verstärker zwischen Düsseldorf und Grevenbroich.
Das Unternehmen VIAS setzt hier Fahrzeuge vom Typ Alstom Corodia LINT ein.

Güterverkehr:

o DB Cargo
Saisonaler Kohleverkehr zwischen Gustorf und dem Kraftwerk Kassel-Niederzwehren.

o NIAG
Braunkohlenstaubzüge Werk der Huntsman Corporation in Duisburg Homberg.
Die aus Bergheim-Niederau?em (RWE Power AG) kommenden Züge
befahren die Erftbahn auf dem Abschnitt Grevenbroich bis Neuss Hbf.

o RheinCargo:
Feuchthydrathzüge Quadrath-Ichendorf - Köln Godorf Hafen
Mit Kalk oder Braunkohlenstaub beladene Züge auf dem Streckenabschnitt
Neuss Hbf - Grevenbroich (weiter nach Bergheim-Niederaußem) oder Gustorf.


Wann wurde die Strecke eröffnet und wie lang ist sie ?

Die Strecke Neuss-Bedburg-(Düren) wurde 1869 eröffnet,
der Abschnitt bis Horrem wurde 1897 von der Bergheimer Kreisbahn eröffnet.
Die Erftbahn weist eine Gesamtlänge von 42 km auf.
Die durchgehenden Regionalbahnen Düsseldorf-Köln legen insgesamt 72 km zurück.



Streckenbeschreibung

Die als Erftbahn bezeichnete Kursbuchstrecke 481 beginnt in Horrem und führt über die Orte Bergheim, Bedburg, Grevenbroich und Neuss nach Düsseldorf.
In Horrem verlässt die RB 38 die KBS 480 und hält am neu gebauten Kurvenbahnsteig.
Die Verstärker halten an einem Bahnsteig der in der Verbindungskurve Richtung Düren liegt.


Ab Horrem zeigt sich sich dem Betrachter ein kurioses Bild – Fahrleitungsmasten ohne Fahrdraht.
Früher war die Strecke bis zum Martinswerk (Aluminiumwerk) in Quadrath-Ichendorf elektrifiziert.
Dies ist heute nicht mehr der Fall.
Nach wenigen Minuten erreicht man den Bahnhof Quadrath-Ichendorf.
Hat man diesen verlassen, sieht man linkerseits das Anschlussgleis zum Martinswerk.
Kurz vor Bergheim verläuft die Strecke unmittelbar am ehemaligen Tagebau Bergheim entlang.


Im Bahnhof Bergheim (Erft) kreuzen die Regionalbahnen.
Der Bahnhof besaß früher eine Güterabfertigung, die aber vor Jahren geschlossen wurde.
Inmitten viel Grün liegt der zweigeteilte folgende Haltepunkt (Bergheim) Zieverich.
Die Züge in Richtung Köln und in Richtung Düsseldorf halten nicht am selben Bahnsteig
um den Bahnübergang Lechenicher Straße nicht unnötig lange zu blockieren.
Nördlich des Haltepunks Zieverich wird es ländlicher.
Die Strecke überquert die Hambachbahn der RWE Power, auf der Kohle transportiert wird. Unmittelbar danach hält der Zug in (Bergheim) Paffendorf.
Ein Besuch des im Ort gelegenen RWE Power–Informationszentrums ist nur zu empfehlen.
Es befindet sich im örtlichen Schloss und ist fußläufig erreichbar.


Durch Felder und Wiesen geht es nach Glesch und weiter Richtung Bedburg.
Heutzutage lässt sich kaum noch erahnen, wie groß der Bedburg Bahnhof damals war.
Früher konnte man von hier aus mit Personenzüge nach Elsdorf und Düren reisen.
Doch aufgrund eines Tagebaus wurde die Strecke nach Düren 1995 stillgelegt und abgerissen.
Einzig der noch liegende Schotter erinnert stellenweise an die ehemalige Strecke.
Desweiteren gab es früher im Umfeld des Bahnhofs mehrere Gleisanschlüsse.

Hier endet mittlerweile die Linie RB 38 (DB) und ein Umstieg in die RB 39 (VIAS) ist erforderlich.
In meinen Augen ist die ausschreibungsbedingte Linientrennung absolut unnötig gewesen.

Nördlich von Bedburg verläuft die Strecke größtenteils durch renaturierte Wälder.
Dabei werden mehrmals Gleis- und Betriebsanlagen der RWE Power tangiert.
Beeindruckend ist der Blick auf das stillgelegte Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf.
Nach Halt in Frimmersdorf, erreicht der Zug wenige Minuten später Gustorf.
Dort zweigt ein Gleis zum Bahnnetz der RWE Power ab.

Anzumerken ist, dass die Erftbahn bis Mitte der 70er zwischen Bedburg und Gustorf anders verlief, da auch sie in diesem Bereich einem Tagebau weichen musste.
Eine Rückverlegung nach Rekultivierung war zwar geplant, wurde jedoch nie durchgeführt.


In Grevenbroich kreuzt die Erftbahn mit der Strecke Köln-Mönchengladbach.
Ab Grevenbroich geht es zweigleisig bis Neuss.
Es folgen die Bahnhöfe Kapellen-Wevelinghoven und Holzheim (bei Neuss).
In Neuss endet die Erftbahn im Hauptbahnhof und mündet ins örtliche Streckennetz.


Links (extern)

» Erftbahn @ Bahnbilder.de
» Erftbahn @ Flickr.com (Fotos von Björn Büttgenbach)
» Erftbahn @ Wikipedia.org